STREIFENWEISE

Kultur | MAYA McKECHNEAY/MICHAEL OMASTA | aus FALTER 34/01 vom 22.08.2001

Um es gleich einmal vorwegzunehmen: "Bridget Jones - Schokolade zum Frühstück" (Regie: Sharon Maguire) ist eine nette Feel-Good-Komödie, die man einfach nur beschwingt verlässt. Das fiktive Tagebuch der Titelheldin beruht auf einer Zeitungskolumne von Helen Fielding, auf die Bestsellerromane folgten. Nun kommentiert Bridget - leicht übergewichtig, kettenrauchend, trinkend, tapsig, aber durchwegs liebenswert - ihr Leiden (das Ally-McBeal-Syndrom: die Angst des Karrieremädchens, den Absprung ins Zweitprojekt Familie zu versäumen) auch auf der Leinwand. Während Buch, Regie und Hauptrolle in weiblichen Händen liegen, gehorcht das Marketing offenbar männlicher Logik: In Hunderten Artikeln musste Bridget-Darstellerin Renée Zellweger betonen, dass ihr Körper in Wirklichkeit der eines abstinenten, joggenden All-American-Girls ist. Fotos belegen: die 17 angefutterten Pfund wurden nach der Rolle gleich wieder fortgeslimmt. Enttäuschend für alle Zuschauerinnen, die Renée bzw. Bridget gerade wegen ihrer kleinen Cellulite-Dellen mochten, die so verdammt echt aussahen.

  Dieses Problem haben brasilianische Frauen nicht; oder zumindest Luisa nicht, eine schöne Fotografin, die auf einem Friedhof einen geschiedenen Biologen namens Gabriel kennen lernt. Sodann handelt "Pequeño dicionário amoroso" ("Das kleine Buch der Liebe") im Eilzugstempo alle Stationen einer Zweierbeziehung ab - vom ersten Date zur ersten Nacht, vom gemeinsamen Haushalt zur baldigen Trennung -, wobei Zwischentitel und forciert spaßige Interviewszenen mit Bekannten des Paares soziologische Allgemeingültigkeit suggerieren sollen. Die hierzulande unbekannten Schauspieler (Andrea Beltrao und Daniel Dantas) machen ihre Sache gut; formal allerdings geht Sandra Wernecks Regiedebüt über "leichtfüßige Komödien" à la Schwabenitzky keinen Fuß breit hinaus.


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