NACHRUF: The Importance of Being Earnest

Stadtleben | WOLFGANG KRALICEK | aus FALTER 34/01 vom 22.08.2001

Er war mein Trainer, mein Sportdirektor und zuletzt mein Trainer-Manager. Gemeinsam haben wir einen Pokal (1995) und einen Meistertitel (1996) geholt, und wir sind ins Europacupfinale (1996) gekommen. Ernst Dokupil war nicht so fanatisch wie Otto Baric, nicht so schlank wie Hubert Baumgartner, nicht so witzig wie Gustl Starek und bei weitem nicht so gut angezogen wie Hans Krankl. Trotzdem war er mir von allen Rapid-Trainern, die ich erlebt habe, der liebste. Warum?

  Vor allem habe ich den begeisternden Fußball bis heute nicht vergessen, den die Rapid spielte, als Dokupil die Mannschaft 1994 vom farblosen Baumgartner übernommen hatte. Mit der charismatischen, leicht wahnsinnigen Leitfigur Didi Kühbauer und ein paar anderen grenzgenialen Kickern setzte Dokupil sein im wahrsten Sinn des Wortes spielend einfaches Konzept um: Gut spielen - dann kommt der Erfolg von selbst. Nach zwei wunderbaren Jahren machten sich erste Verschleißerscheinungen bemerkbar. Die besten Spieler wurden entweder


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