Die Szene-Pilgerstätte

Stadtleben | Florian Holzer | aus FALTER 34/01 vom 22.08.2001

Neues Lokal. Der zurzeit angesagteste Platz am Naschmarkt nennt sich zwar Deli, verneint die gewohnt anatolische Komponente aber keineswegs.

Hat man zufällig gerade vergessen, wie es ist, wenn der Bär los ist, sollte man den Naschmarkt aufsuchen. Und zwar Samstag mittags bei Schönwetter die Schneise zwischen dem an dieser Stelle schon mal besprochenen DoAn und seinem jungen Gegenüber, dem "Naschmarkt Deli": Globalisierungsgegnerische Kreative, Fotografen, Models und Kulturmanager steigen sich hier auf die Füße. Aber warum?

Erstens funktioniert der Platz. Farben, Düfte, Marktgeschrei, aber alles natürlich im naschmärktlichen Edel-Rahmen. Zweitens ist der Laden hübsch gemacht. Die beiden Vorarlberger Architekten Much Untertrifaller und Helmut Dietrich hielten sich zwar an die Marktvorgaben, was Granitschwelle, grüne Eckpfeiler und Traversen anbelangt, machten aus der Anadolu-Bäckerei aber ein Standel, das an urbanem Flair nichts vermissen lässt. Vielleicht wegen der Kaffeebohnentapete


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