Die Blauäugigen

Gerald John | Vorwort | aus FALTER 35/01 vom 29.08.2001

FPÖ In der Jagd auf Gegner sind die Freiheitlichen gut. Beim Verteilen der Beute schauen sie durch die Finger.  

In Susanne Riess-Passers Kalender war der Tag der Abreise wohl rot angestrichen. Sobald ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch den Flieger nach Kanada bestiegen hatte, lancierte die FPÖ-Vizekanzlerin via Kurier die Story über jene drei Personalvertreter der Post, die sich in Sparzeiten saftige Gehaltserhöhungen ausverhandelt haben. Pünktlich vor der für den ÖGB entscheidenden Urabstimmung, als sich der Präsident noch ein paar Tage Urlaub gönnte. Seither braucht die FPÖ nicht viel mehr tun, als ihre Zuwächse in den Meinungsumfragen zu messen und gelegentlich ein paar Stichworte einzuwerfen: "Sodom und Gomorrha" und "Maden im Speck", "Bonzen" und "astronomische Supergagen".   Die taktische Meisterleistung war aus FPÖ-Sicht das Beste, was die Partei seit ihrem Regierungseintritt im Februar des Vorjahres zusammenbrachte. In der populistischen Hurra-Offensive sind die Freiheitlichen

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