Was war

Politik | aus FALTER 35/01 vom 29.08.2001

Rufmord? Der Mailänder Konsul Manfred Moritsch hat die Nase voll. "Ich bin entsetzt von dieser hinterhältigen Vorgangsweise. Ich erwarte mir Dank." Und zwar von den Mitgliedern der VolxTheaterKarawane. Die hatte den Konsul vergangene Woche beschuldigt, sich nicht genügend um die inhaftierten Schauspieler gekümmert zu haben. Moritsch weist diese Vorwürfe nun zurück. Der späte Besuchstermin sei durch die italienische Bürokratie verursacht worden. "Besonders schlimm und einem Rufmord nahe" empfand Moritsch die Behauptung, er hätte die Aussagen der Inhaftierten bezüglich Polizeiübergriffen nicht ernst genommen. Die Staatsanwaltschaft in Genua hat unterdessen einen Einspruch gegen die Freilassung der VolxTheater-Aktivisten eingelegt. Neue Beweise wurden von der italienischen Justiz allerdings noch immer nicht vorgelegt.

Was kommt

Drogenhilfe Justizminister Dieter Böhmdorfer, FPÖ, hat drogenkranken Kriminellen den Kampf angesagt: Das Prinzip "Therapie statt Strafe" wurde demontiert, selbst Gnade gibt es per Erlass keine mehr. Nun will sich ein neu gegründeter Verein ("EWGRA") drogensüchtiger Jugendlicher annehmen. Die - von Rechtsanwälten und Sozialarbeitern unterstützte - Organisation sucht (auch pensionierte) Psychiater und Psychologen, die bereit sind, ohne Entgelt drogenkranke Jugendliche zu therapieren, um sie aus der Kriminalitätsspirale zu befreien (www.escape.to/ewgra).

Was fehlt

Homo-Ehe Sag einer, die Notare seien steife Urkundspersonen. In der Debatte um die Homo-Ehe hat nun die Notariatskammer Stellung bezogen. So stellte deren Präsident Georg Weißmann vergangenen Montag das Modell eines "Partnerschaftsregisters" vor, in das sich auch homosexuelle Paare eintragen lassen können, um Rechtssicherheit über den Bestand einer Partnerschaft zu schaffen. "Das Register soll allen offen stehen, die zusammenleben wollen", so Weißmann. Die Grünen lobten die Idee. Die ÖVP ("Ehe zweiter Klasse") winkt ab.


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