Fernsehen

Medien | Julia Ortner | aus FALTER 35/01 vom 29.08.2001

In Mazedonien ist Krieg, Israelis und Palästinenser hauen sich die Köpfe ein, die FPÖ macht zum finalen Sturm auf die Sozialpartnerschaft mobil. Und was interessiert den österreichischen Durchschnittsbürger in den vergangenen Tagen wirklich? Hermann Maier und sein Motorradunfall. Was sind schon Krieg, Terror oder fade Innenpolitik, wenn unser aller Herminator sich einen offenen Bruch am Bein, dem Weltmeister- und Olympiasiegerbein, zuzieht. Da werden gleich alle Nachrichtensendungen diverser Sender gleichgeschalten. Wie geht es Hermann? Was sagen Freunde? Wie traurig ist die Familie? Ein Livebericht aus dem Krankenhaus jagt den nächsten, Sportsendungen werden zu Hermann-Sendungen umfunktioniert. Alle fragen sich: Wird er wieder fahren können? Und, um Himmels willen, wann? Die Zuspielungen aus der Heimatgemeinde Flachau zeigen verstörte Gesichter, im ÖSV sind alle schrecklich bestürzt - man fühlt sich an die Berichterstattung über tödliche Katastrophen wie das Kapruner Seilbahnunglück erinnert. Maßlos übertrieben, aber nachvollziehbar: Schließlich verdienen ziemlich viele Menschen ziemlich viel Geld mit dem Herminator.


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