Kommentar

Kultur | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 35/01 vom 29.08.2001

Salzburger Festspiele: Ade, Mortier!

Gerard Mortier geht. In der Frage, ob man das beklagen oder bejubeln soll, ist sich die Fachpresse weitgehend uneinig. Die Meinungskluft verläuft, wie während der gesamten zehnjährigen Ära Mortier, haarscharf entlang der Landesgrenzen. Während die internationale Kritik, von New York Times bis FAZ, dem scheidenden Salzburger Intendanten elegische Lobeshymnen nachschickt, hört man es in den heimischen Abschiedskommentaren laut und deutlich aufatmen.

Nicht, dass das ausländische Feuilleton immer Recht hätte, aber die persönlichen Ressentiments, von denen die Glossen der Endlers und Vujicas geprägt sind, lassen darauf schließen, dass es hier nicht bloß um die Sache geht. (Und wenn sie dann einmal versuchen, Mortiers Dramaturgie argumentativ madig zu machen, wirds erst recht seltsam: Peter Vujica etwa wirft ihm im Standard allen Ernstes vor, das "hohe Kunstpotenzial" der "Quanten- und Fraktaltheorie" nicht genutzt zu haben.)

Abgesehen davon steht


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige