"Faust" in Wien

Kultur | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 35/01 vom 29.08.2001

22 Stunden in seiner Gewalt

Die beiden Teile von Goethes "Faust" sind ein Hauptwerk der Weltliteratur. Am Theater aber hat sich nur der Tragödie erster Teil durchgesetzt; der weitaus umfangreichere und komplexere Teil II wurde - wenn überhaupt - nur in Fragmenten zur Aufführung gebracht. Zu Unrecht, befand der heute 63-jährige Regisseur Peter Stein schon vor mehr als zehn Jahren - und kämpfte hartnäckig um seine Idee, die 12.111 Verse erstmals ungekürzt zur Aufführung zu bringen. Seit der ganze "Faust" im Juli des Vorjahres dann bei der Expo in Hannover endlich zur Premiere kam, kann gesagt werden, dass es tatsächlich möglich ist - es dauert halt seine Zeit: Insgesamt verbringt der "Faust"-Besucher an zwei Tagen rund 22 Stunden im Theater; die reine Spielzeit - abzüglich der zahlreichen Pausen - beträgt etwa 14 Stunden.

Nach den Spielserien in Hannover und Berlin geht die "Faust"-Tournee jetzt in Wien zu Ende (die Stadt hat sich mit 14 Millionen Schilling an den Produktionskosten


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