Es knistert im Kokon

Robert Rotifer | Kultur | aus FALTER 35/01 vom 29.08.2001

Musik Mit ihrem vierten Soloalbum, "Vespertine", feiert Björk den Einzug in Kirchen, Opernhäuser und die Hochkultur. 

Glaubt man dem jetzigen französischen Unterrichtsminister und seinerzeitigen Kulturminister Jack Lang, dann haben er und der damalige Präsident François Mitterand im Jahr 1990 bei einem Staatsbesuch in Island einer Probe der Sugarcubes beigewohnt. Mittlerweile hat Björk Gudmundsdottir, damals Sängerin der Sugarcubes, mit "Debut" (1993), "Post" (1995) und "Homogenic" (1997) drei monumentale Soloalben veröffentlicht, für ihre Hauptrolle im Lars-von-Trier-Film "Dancer in the Dark" die goldene Palme von Cannes erhalten und dazu das spektakuläre Soundtrack-Album "Selmasongs" produziert. Und letzte Woche fand es Lang nun an der Zeit, der Isländerin für all das den nationalen Ritterorden für besondere Verdienste um den Hals zu legen. Björk nahm den Preis mit entrücktem Lächeln entgegen. Aber wie immer täuschte der Eindruck von Naivität, den die Sängerin vermittelt.

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