Ohren auf!

Kultur | Gerhard Stöger | aus FALTER 35/01 vom 29.08.2001

Touch the soul

Die Frage nach dem besten Soul-Sänger aller Zeiten führt schnell zur Erkenntnis, dass ein Vergleich zwischen Curtis Mayfield und Al Green, Stevie Wonder und Marvin Gaye oder Sly Stone und Otis Redding eigentlich nur Ex-aequo-Gewinner zur Folge haben kann. Über die beste Soul-Platte aller Zeiten herrscht dagegen Einigkeit: Mit derselben Gesetzmäßigkeit, die "Pet Sounds" der Beach Boys an die Spitze aller Bestenlisten der Kategorie "Rock/Pop" spült, wird hier Marvin Gayes 1971 erschienenes Epos "What's Going On" (Motown/Universal) genannt.

Ähnlich dem zur selben Zeit veröffentlichten, düster gefärbten Meisterwerk "There's A Riot Going On" von Sly and the Family Stone reflektierte "What's Going On" aus afroamerikanischer Sicht die gesellschaftliche und soziale Verfasstheit der USA jener Tage, in denen sich der Drogennebel der Sechziger gelichtet hatte und die notorischen "Flowers" der Hippie-Generation zu verfaulen begannen. Und wie Stone transformierte auch Gaye eine


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