Ein Mahlstrom von Bitumen

Kultur | Klaus Nüchtern | aus FALTER 35/01 vom 29.08.2001

Literatur Mit "Baudolino" hat Umberto Eco einen bildungsschweren Unterhaltungsroman über einen mittelalterlichen Spin-Doctor geschrieben. 

Sechzehn Jahre nach "Der Name der Rose" ist der Romancier und Semiotikprofessor Umberto Eco zum Mittelalter zurückgekehrt. Sein letztes Jahr im italienischen Original veröffentlichter Roman "Baudolino" erscheint dieser Tage auch in deutscher Übersetzung. Auf 600 Seiten wird darin die Geschichte des Titelhelden erzählt - und zwar im doppelten Sinne: Der Roman handelt von dem - gleich seinem Schöpfer - aus Alessandria stammenden Baudolino, der als Kind einfacher Bauern zum Adoptivsohn Friedrich Barbarossas avanciert, und er handelt ganz wesentlich davon, wie Baudolino Geschichte macht, indem er als inoffizieller Berater Friedrichs Geschichte(n) erzählt.

Alle Geschichtsschreibung ist Lüge, Fiktion, zurechtgebogene Wahrheit - so lautet die nicht übermäßig kühne Grundthese des Buches. Dabei geht es dem fabulierfreudigen Gelehrten Eco nicht darum,


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