Aufgeblättert

Kultur | Oliver Hochadel | aus FALTER 35/01 vom 29.08.2001

Er hat Goethes "Götz" verlegt, für den "Werther" nur ein Achselzucken übrig gehabt und gilt vielen als Urbild des Mephistopheles. Johann Heinrich Merck (1741-1791) war ein Meister des scharfzüngigen Witzes und voll schwarzer, bitterer Galle. Falter-Mitarbeiter Walter Schübler hat ihm eine "Biografie" mit literarischen Ansprüchen gewidmet. Gemäß dem "Prinzip Pasticcio" collagiert er Briefstellen und andere Texte Mercks, als Klebstoff dienen kurze erläuternde Überleitungen. In 36 Kapitel(chen) werden einzelne Lebensbereiche Mercks beleuchtet: dessen Rezensionstätigkeit, seine naturhistorischen Interessen, seine Verbindungen nach Weimar.

Diese "Annäherung unter jeweils anderer Perspektive, (...) ein kaleidoskopisches Porträt" ist geschickt arrangiert und liest sich flüssig. Schübler hält sich mit eigenen Deutungen aber arg zurück, alles ist ihm gleich gültig. Mancher Leser wird sich auch aufgrund der äußerst spärlichen Hintergrundinformationen allein gelassen fühlen und


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