"Ein Kavaliersdelikt"

Stadtleben | Thomas Prlic | aus FALTER 35/01 vom 29.08.2001

Behinderte: Das MuseumsQuartier ist wieder einmal ein Beweis dafür, dass Bauherren bei ihren Planungen gerne auf Körperbehinderte vergessen. Es ist nur ein Beispiel von vielen.

Die Drehtür zu klein. Die Lifte versteckt oder mit zu hohen Druckknöpfen. Die Toiletten mangelhaft. Die Rampe mit zu großer Steigung: Manfred Srbs Mängelliste über das vor kurzem eröffnete MuseumsQuartier ist lang. Ein Lift in der Kunsthalle endet einen Stock unter den Behindertentoiletten. Der Hauptzugang zum Museum moderner Kunst erfolgt über eine Freitreppe: "Was haben die für ein Menschenbild?", fragt sich der Sprecher des Behindertenberatungszentrums "Bizeps".

Was den Aktivisten, der selbst im Rollstuhl sitzt, besonders ärgert: "Es war alles genau vorbesprochen." Viele Probleme wären also leicht zu vermeiden gewesen. Das MuseumsQuartier ist aber nur ein Beispiel für die Praxis, wie Bauherren Barrieren für Behinderte errichten: Architekten und Planer, die Kinocenter oder Shoppingmalls anscheinend


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