Hans D., der Stifter

Vorwort | Armin Thurnher | aus FALTER 36/01 vom 05.09.2001

SEINESGLEICHEN GESCHIEHT. Zum Schulbeginn: etwas über Geschenke und über das Lernen der feinen Unterschiede.

"Gratis-Geschenk für Schulkinder", las ich am ersten Schultag auf einer Tafel in der von mir gern besuchten Ankerbrotfiliale. Vorsichtig wies ich die Verkäuferin darauf hin, dass dieses Schild gewissermaßen einen Pleonasmus, wenn nicht eine Tautologie darstelle (volkstümlich, wie ich nun mal bin, vermied ich diese Wörter). Ja, seufzte sie, im ersten Bezirk gebe es leider wenig Schulkinder. Die Tafel? Die komme von der Zentrale, das müsste ich schon dort melden.

Ein Gratis-Geschenk stellt heute also in den Augen der Bevölkerung nichts Ungewöhnliches mehr dar. Die Leute sind, instruiert durch den News-Verlag, bereits daran gewöhnt, jene feine Unterscheidung zu machen, die mir aufs Erste gar nicht einleuchtete. Bei News und den diversen Newsoiden gibt es ja laufend Sonderangebote, die zwar wie Geschenke anmuten, dann aber doch nicht gratis sind. Ein Geschenk: Das kostet erst


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