Rechtsum nach Europa?

RAIMUND LÖW
Vorwort, FALTER 36/01 vom 05.09.2001

Merkwürdig, wie breit das Spektrum der Globalisierungsgegner seit den großen Demonstrationen von Genua und Stockholm in der europäischen Politik geworden ist. Neben Daniel Cohn-Bendit, der sich darob gar mit Joschka Fischer zerstritten hat, Fidel Castro und Jacques Chirac heftet jetzt auch Großbritanniens Rechtsaußen Duncan Smith die Anliegen der Protestbewegung auf seine Fahnen. Als Straßenkämpfer kann man sich den steifen Ex-Offizier aus der Königlichen Militärakademie von Sandhurst wohl kaum vorstellen. Aber am 12. September wird in Großbritannien gewählt, oder, genauer gesagt, in der konservativen Partei. Und Ian Duncan Smith, dessen Spitzname IDS im diesjährigen Sommerloch zu Großbritanniens am häufigsten gebrauchten Kürzel wurde, lässt nichts aus, um die Gunst der 318.000 konservativen Parteimitglieder für sich zu gewinnen. Dänemarks Nein zum Euro ist ihm ebenso ein Beweis für die gegenwärtig laufende erfolgreiche Absetzbewegung von Brüssel wie das irische Anti-Nizza-Referendum

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