Presseschau

Medien | Eva Weissenberger | aus FALTER 36/01 vom 05.09.2001

Das nennt man vorbildliche Trennung von redaktionellem Teil und Verlagsbeilagen: Am Donnerstag brachte Der Standard eine Jubelbeilage, pardon, ein "Spezial", zur Eröffnung der Gasometer: "Mehr Qualität durch gezielte Wohnbaupolitik", war ein Artikel betitelt. Oder: "Infopoint statt Warteschlange", "Der Osten macht große Ohren", "Liebe geht durch den Magen". Auch die New York Times wurde natürlich erwähnt, die "hymnisch" berichtet hatte. In der Standard-Wochenendausgabe durften die Redakteure dann schreiben, wie wenig sie wirklich von dem neuen Stadtviertel halten. Diesmal wurde die "vernichtende Kritik" von Zeit und FAZ zitiert. Und beschrieben, wie sich die Proleten von Simmering aufführten, als das Einkaufszentrum aufsperrte: "Das Volk (...) blickte ergriffen in den Himmel schwebenden Luftballons nach, drängte zu Gratisbrezel und Gewinnspiel und freute sich an den Gasometer-Sonderbeilagen diverser heimischer Medien." Immerhin war der Titel der Reportage nicht übel: "Hans Dichand schenkt den Wienern eine Stadt". Was auch die Kronen Zeitung richtig erkannt hatte, die ihren Herausgeber in einem Bildtext zu einem der drei "Väter" der Gasometer machte.


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