Kommentar: Hurch vs. Haneke: Funny Games

Kultur | WOLFGANG KRALICEK | aus FALTER 36/01 vom 05.09.2001

Der österreichische Filmemacher Michael Haneke will nicht, dass sein Film "Die Klavierspielerin" auf dem österreichischen Filmfestival Viennale gezeigt wird. Ungewöhnlich daran ist vor allem die Begründung. Er wolle, soll Haneke gesagt haben, seinen Film nicht als "Aufputz" für die Viennale zur Verfügung stellen. "Ich glaube nicht, dass die Viennale einen Aufputz nötig hat", konterte Festivalintendant Hans Hurch, und spätestens damit ist klar, dass es hier um gekränkte Eitelkeiten geht.

Haneke ist Österreichs international renommiertester Filmregisseur - "Die Klavierspielerin" lief im Wettbewerb von Cannes - und empfand es als Zumutung, dass Hurch seinen Film erst nach einer längeren Nachdenkpause ins Programm nehmen wollte. Hurch wiederum steht auf dem Standpunkt, dass es immer noch seine Entscheidung ist, was er bei der Viennale zeigen will und was nicht. Beide Standpunkte sind nachvollziehbar, und weil es weder Haneke noch der Viennale schaden dürfte, dass "Die Klavierspielerin"


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige