Die Jagd nach dem Debüt

Kultur | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 36/01 vom 05.09.2001

LITERATUR. In den letzten Jahren galten literarische Debüts als das begehrteste Objekt der deutschsprachigen Verlagslandschaft: Riesige Vorschusssummen wurden kolportiert, der Literatur-Popstar wurde zum Role-Model. Zumindest in Österreich sieht die Realität anders aus. 

Als der Libro noch als Vorzeigekonzern der freien Marktwirtschaft galt und Libro-Chef André Rettberg in Wirtschaftskreisen noch Everbody's Darling war, bemerkte dieser in einem Gespräch mit dem Falter, in dem es um den Buchmarkt, die Buchpreisbindung und ein künftiges verlegerisches Engagement von Libro ging, es sei doch eigentlich traurig, wenn die Bücher von jungen, erfolgversprechenden Autorinnen und Autoren bei Auflagen weit unter 10.000 Stück herumdümpelten. Dass die Bücher der Reihe Libro Neue Literatur, die von Wespennest-Herausgeber Walter Famler betreut wurde, diese Latte mit einer Startauflage von 3000 bis 5000 und durchschnittlich 1500 verkauften Stück nicht einmal berührten, geschweige denn übersprangen,


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