DREI LITERARISCHE DEBÜTS

Der Hintern meiner Oma, die Möse meiner Mutter

Kultur | aus FALTER 36/01 vom 05.09.2001

Erste Sätze werden zwar notorisch überschätzt, sind aber auch nicht nichts. Und die von "Schlangenkind" sind schon einmal sehr gut: "Eines Tages war das Leben auf meinen Großvater herabgefallen wie ein Tropfen Harz auf eine Fliege. Wer ihn kannte, schwor, dass er sich im Harz bewegte, als wäre nichts weiter geschehen."

  Damit ist aber nicht nur etwas über den Großvater gesagt, sondern auch über die Haltung des Icherzählers. So wie ein in Bernstein eingeschlossenes Insekt betrachtet er die Protagonisten seiner Kindheit und Jugend mit Neugierde und Distanz.

  Von der "Hölle der Provinz" steht da im Verlagsprospekt zu lesen. Mag sein. Das Schöne am Debüt des 34-jährigen Peter Truschner ist jedenfalls, dass es sich nicht so liest. Von der Kindheitshölle in Kärnten und sonstwo haben wir hierzulande schon oft lesen können und müssen, und wer sich in eine solche Tradition stellt, der schreibt, wie Klaus Amann im Standard so schön anmerkte, "gegen die Hohen Tauern der österreichischen


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