OHREN AUF! Forever Miles

Kultur | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 36/01 vom 05.09.2001

Zumindest drei Stilrichtungen des Jazz hat der vor zehn Jahren verstorbene Miles Davis stark beeinflusst: Bebop, Cool-Jazz und Jazzrock. Dass Letzterer bei vielen Menschen prestigemäßig zwischen Mundgeruch und Ejaculatio praecox zu liegen kommt, ist gewiss nicht Miles' Schuld. Das wird nun einmal mehr belegt: "Live at the Fillmore East (March 7, 1970)" (Columbia/Sony) entstammt genau der unglaublich fruchtbaren Periode, als sich Miles dem Rock und damit auch einem breiteren Publikum zuwandte. Wobei diese Orientierung weniger als Einschnitt denn als Prozess zu betrachten ist: Bereits auf dem wunderbaren "Filles de Kilimanjaro" (1968) bedienten Dave Holland (b) und Chick Corea (p) elektrifizierte Gerätschaften. Ein Jahr später spielte Miles das bahnbrechende "In a Silent Way" und seine erste goldene Schallplatte, das Doppelalbum "Bitches Brew", ein.

Wenn die nun vorliegende Doppel-CD des (hier durch den Perkussionisten Airto Moreira) ergänzten Quintetts mit Wayne Shorter, Corea, Holland


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