KUNST KURZ

Kultur | NICOLE SCHEYERER | aus FALTER 36/01 vom 05.09.2001

Afrikanische Kunst zu zeigen hat sich in den letzten Jahren - selbst nach der Verabschiedung von dem Konzept der primitiven oder exotischen Kunst - immer noch als hoch kontroversiell erwiesen. Museen sind daher bemüht, sich durch Vorträge et cetera diskursiv abzusichern. In Wien gab zuletzt die Schau "Malerei aus dem Kongo" im Völkerkunde Museum Anlass zu heftiger Kritik. Schon 1989 legte die Diskussion um die Pariser Ausstellung "Magiciens de la terre" ein Minenfeld an Klischees und Rassismen frei. Einer ihrer damaligen Kuratoren, André Magnin, kommt zum Symposium "Mining Cultural Diversity" (8.9., ab 16 Uhr) der Kunsthalle, das begleitend zur Ausstellung "Flash Afrique - Fotografie aus Westafrika" stattfindet. Neben dem Künstler Philipp Kwame Apagya sprechen die Ethnologin Ulrike Davis-Suliwoski, der Autor Tobias Wendl und der Kurator Simon Njami über "globale Kunstrezeption, ethnologischen Blick und westlichen Kunstmarkt"; es moderiert Springerin-Redakteur Georg Schöllhammer.

  Diesen Dienstag bricht der ultimative Vernissagen-Wahnsinn aus. Zunächst sperren die Galerien in der Schleifmühlgasse wieder auf. Georg Kargl zeigt neue Arbeiten von Muntean/Rosenblum, während deren Studenten Nick Bötticher und Stephan Lugbauer nur wenige Meter weiter im winzigen Raum art a.t.o.m. an der Verschiebung der Zentralperspektive arbeiten. Wenigstens eine Stunde früher raffen sich auch im ersten Bezirk mehrere Galerien zur Gruppenöffnung auf: Schon ab 18 Uhr schenken die Galerien Heike Curtze, Wolfgang Exner, Gabriel, Lang, Slavik und Sur ihre Achterl aus. US-Kunst bieten die Galerie Steinek mit dem Maler Donald Baechler und die Galerie Hohenlohe & Kalb mit Will Fowler, einem jungen Kalifornier. Das MAK stellt die ortsspezifischen Möbel von Hubert Matthias Sanktjohanser vor und auch die Design-Galerie KlausEngelhorn22 eröffnet. Beim Künstlerhausfest beschallt ab 20 Uhr the audioroom. Ob ein solcher Galerienmarathon mehr Kunstpublikum als bisher mobilisiert, wird sich weisen.


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