Stadtrand: Rauchen wollen

Stadtleben | aus FALTER 36/01 vom 05.09.2001

Rauchen macht krank. Schlimmer ist aber rauchen wollen - das macht nämlich dreist. Beispiel Nummer eins: Rauchen wollen, aber keine Zigaretten haben. An sich auch spätabends kein Problem, fast jede Trafik hat einen Zigarettenautomaten. Heimtückisch daran ist auch nicht ein eventueller Mangel an Kleingeld: Die meisten Automaten nehmen mittlerweile Scheine. Böse sind vielmehr Leidensgenossen, die direkt an der Quelle aufs Mitgefühl von pofelnden Passanten setzen.

"´Schuigung, hastu eine Tschik?" Schlau formulierte Frage, wenn der Schnorrer beim Zigarettenkauf genau hinter einem gestanden ist. Nein sagen geht also nicht mehr: zu offensichtlich gelogen. "Ja, aber ich geb dir keine" wäre nicht besonders höflich, hilft also nur ein freundliches Lächeln: "Bitte, gerne." Der junge Mann gegenüber lässt sich das nicht zweimal sagen: "Mein Freund will auch eine." Was solls. Ein kleines "Danke" wäre aber schon nett gewesen.

Beispiel zwei: Rauchen wollen, aber nichts zum Anzünden parat. Frage: "Hast du Feuer?" Aber sicher. Der Wind weht stark, der Hilfesuchende nimmt das Feuerzeug zum Anzünden selbst in die Hand. Dann wandert es in seine Hosentasche. "Kann ich das wieder haben?" Blöde Frage! "Das ist jetzt meines." Natürlich. T. P.


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