Krankes System

Politik | NINA WEISSENSTEINER | aus FALTER 37/01 vom 12.09.2001

UNI. Die Studiengebühren produzieren den ersten sozialen Härtefall: Eine schwer lungenkranke Studentin muss 5000 Schilling zahlen, obwohl sie zurzeit nicht studieren kann. Sonst wird sie exmatrikuliert. 

Das letzte Jahr war hart. Nach drei schweren Lungenentzündungen, einer Erkrankung der Bauchspeicheldrüse und einem dadurch verlorenen Sommersemester wollte sich Barbara T. (Name geändert) für das Winterhalbjahr von der Uni "beurlauben" lassen. Doch ein Anruf bei der Rechtsabteilung der Uni Wien machte ihre Pläne, ein paar Monate leiser zu treten, zunichte: Eine "Beurlaubung wegen Krankheit", erklärte ihr eine Juristin zerknirscht, sei in jenem Gesetz, das die Studiengebühren regelt, "nicht vorgesehen".

  Acht Kilo hat die Völkerkundestudentin im zehnten Semester durch ihre komplizierte Lungenkrankheit verloren. Wochenlang wurde sie künstlich ernährt. Wann die Krankheit das nächste Mal ausbricht, können ihr die Ärzte nicht sagen.

  Früher war eine Studienunterbrechung


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