"Schuldabtragung"

Politik | Gerald John | aus FALTER 37/01 vom 12.09.2001

SPIEGELGRUND. Seit 60 Jahren warten die NS-Präparate aus der Klinik "Am Spiegelgrund" auf ihre Bestattung. Die Stadtregierung will sie nun endlich beisetzen lassen - und die unrühmliche Rolle der SPÖ aufarbeiten.

Eine Art der Schuldabtragung", nennt es Vizebürgermeister Sepp Rieder. Von einer "verspäteten Genugtuung für die Opfer und Angehörigen", spricht Gesundheitsstadträtin Elisabeth Pittermann-Höcker. Beide SPÖ-Stadträte wollen nun durchsetzen, was schon vor einem halben Jahrhundert hätte stattfinden sollen: Die sterblichen Überreste der NS-Opfer von der Euthanasie-Klinik "Am Spiegelgrund" sollen am 5. Mai, dem Holocaust-Gedenktag, endlich "würdig bestattet" werden. Es geht dabei um rund 400 Gehirnpräparate, die während der Nazi-Ära angefertigt und in der Nachkriegszeit zu Forschungszwecken verwendet wurden - unter anderem von Heinrich Gross, jenem Psychiater, der laut Urteil des Oberlandesgerichts Wien während der NS-Zeit am Spiegelgrund "an einer größeren Zahl von


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