Böse wie Rotkäppchen

Medien | THOMAS PRLIC | aus FALTER 37/01 vom 12.09.2001

COMPUTERSPIELE. Was bringt Jugendliche dazu, sich am Computer nächtelang gegenseitig niederzumetzeln? Bei Österreichs erster öffentlicher LAN-Party war das nicht nur zu beobachten, sondern auch zu diskutieren. 

Ein kleiner Moment der Unachtsamkeit, und alles ist vorbei. "Verdammt, der schießt mir in den Schädel", ruft der Bursche mit dem umgeschnallten Headset, und verliert für einen Augenblick die Fassung und seinen Kopf. Sein Kollege daneben stopft sich währenddessen unbeeindruckt eine Pizzaschnitte hinein. Auf dem Monitor steht eine ganze Batterie an Energy-Drink-Dosen. Unter dem Tisch daneben hat es sich jemand in seinem Schlafsack gemütlich gemacht, wieder ein anderer ist einfach im Sitzen eingenickt. "Was solls", kommentiert der soeben Erschossene sein Ableben und startet das Computerspiel neu. Es wird nicht sein einziger Tod in den nächsten Tagen bleiben.

  "Von gewissen Bevölkerungsteilen werden wir immer noch als Freaks angesehen", sagt Jürgen Leiche, Chef der Austrian


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