Kommentar: Wer ist "wir" in "mia san mia"?

Kultur | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 37/01 vom 12.09.2001

Schön gerahmt und symmetrisch angeordnet stehen 16 Hakenkreuz-Plakate in der Zentralachse des Raums. Nebenan gibt es Topfengolatschen und Kaffee. Mit einem Nazi-Kaffeekränzchen kann man das Ganze aber dennoch kaum verwechseln. Zum einen sind die Hakenkreuze, die für "Graz. Die Stadt der Volkserhebung" Stimmung machen sollen, mit Collagen verfremdet; zum anderen wird es wohl niemanden zufällig in die Ausstellungsräumlichkeiten der Generali Foundation verschlagen, der dann auch noch die Pressekonferenz mit einem Akt der Wiederbetätigung verwechselt. Nein, klarer Fall: Hier gehts um Kunst. Und zwar nicht um dekorativ-repräsentative Kunst, die sich jeder Vorstandswichtel eines multinationalen Konzerns ins Zimmer hängen kann, sondern um "Kunst, die sehr anspruchsvoll ist und dem Besucher sehr viel abverlangt" - wie die künstlerische Leiterin und Geschäftsführerin der Sammlung, Sabine Breitwieser, anmerkt.

Andernorts treffen sich die frommen Kunstgläubigen, die sich ein paar Klimtschieles


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