Unter guten Nachbarn

Kultur | MICHAEL OMASTA | aus FALTER 37/01 vom 12.09.2001

FILM. Ruth Beckermanns "Homemad(e)" zeigt den Mikrokosmos der Marc-Aurel-Straße, wie man sich diesen immer schon vorgestellt hat. 

Alles ist so, wie man sich das vorstellt. Der Ober lümmelt herum und lässt sich über die Gäste aus. Die Wochenendaushilfe arbeitet nebenbei als Kostümbildnerin fürs Theater. Ein profilierter Politikredakteur blättert angestrengt die Zeitungen durch. Der verhinderte Kommunalpolitiker plädiert für eine liberale Anarchie. Ein allseits geschätzter Essayist wünscht, in Ruhe gelassen zu werden: "Tina, ruf die Polizei bitte ..." Nur ein Scherz, natürlich; aus dem off hört man das Lachen der Filmemacherin.

  Zurückgekehrt von einer großen Reise, habe sie die große Kamera weggelegt, sagt Ruth Beckermann, und zur kleinen Kamera gegriffen - der für die kleinen Reisen. Der neue Film ist "Homemad(e)", entstanden vor der eigenen Haustür, in der Marc-Aurel-Straße, in der Wiener Innenstadt. Ungefähr auf halber Höhe liegt ein winziger Kreisverkehr, dessen


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