Ein Mann zum Saufüttern

Kultur | aus FALTER 37/01 vom 12.09.2001

MUSIK. Bob Dylans 43. Album "Love and Theft" ist gar nicht übel. Protokoll einer Bekehrung. KLAUS NÜCHTERN

Über Dylan, so las ich anlässlich seines 60. Geburtstags in diesem Blatt, sei alles gesagt. Und tatsächlich hatte ich beim Durchlesen der entsprechenden Würdigungen das Gefühl: alles schon gesagt. Dabei entbehrt dieses Gefühl jeglicher Grundlage. Ich habe nie der Highchurch of Bob angehört; meine Kenntnisse der Liturgie waren und sind beschämend gering. Ich ersuche die seit Jahrzehnten praktizierenden Dylanologen allerdings, mir mein aufrechtes Bemühen als mildernden Umstand anzurechnen. "Knie nieder, und du wirst glauben", sagt Pascal. Und ich wollte, ich will ja glauben! Auf Anraten einer Ordensschwester besorgte ich mir "Blood on the Tracks", offenbar so etwas wie die Bergpredigt of Bob. Allein: Die frohe Botschaft kam nicht wirklich an. Nachdem Herr Dylan, wie man leider sagen muss, eine sehr schlechte Aussprache hat, entging es mir, dass es sich bei dem Titel mit


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