NÜCHTERN BETRACHTET: Hallelujah überm Hochbettvorhang

Kultur | aus FALTER 37/01 vom 12.09.2001

Musikalische Erziehung ist wichtig, wird aber oft grausam missverstanden: Viele Eltern kaufen ihren Kindern billige Instrumente, auf denen diese dann das spielen müssen, was schon ihre Eltern nicht ausstehen konnten, als sie ihrerseits billige Instrumente geschenkt bekamen und Musikpädagogen stundenweise überlassen wurden. Dabei ist es doch viel wichtiger, zuerst den Geschmack und die Persönlichkeit junger Menschen herauszubilden, damit sie sich gegen die Traktierung mit billigem und schlechtem Liedgut selbstbewusst zur Wehr setzen können. In diesem Sinne habe ich das Ausmalen meines Zimmers, mit dem ich die bevorstehende Geburt eines mittlerweile zur Tochter herangewachsenen Töchterls feierte, akustisch mit Steely Dan unterlegt, was nicht nur das Trocknen der Dispersion, sondern qua intrautrinärer Beschallung auch die ästhetische Erziehung eines wesentlichen Teiles des Menschengeschlechts befördert. Was es gefruchtet hat, ist noch nicht mit Sicherheit zu sagen. Aber der Umstand,


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