Ich bin ein New Yorker


Armin Thurnher
Terror | aus FALTER 38/01 vom 19.09.2001

SEINESGLEICHEN GESCHIEHT. Nach dem 11. 9. 2001 ist die Welt nicht mehr die gleiche, sagt man. Einige Dinge sollten bleiben.

Ich bin ein New Yorker. Nicht im emphatischen Sinn von Schröder, Kennedy & Co. Aber ein bisschen. Hauptsächlich bin ich ein Gemisch aus Wiener und Vorarlberger, mit mindestens einem Fünfzigstel Schuss Big Apple. Ein Jahr verbrachte ich auf Staten Island, beinahe jeden Tag fuhr ich mit der South-Ferry zur Südspitze Manhattans, vorbei an der Statue of Liberty, direkt unter die Skyline hinein. Nie wurde ich des Anblicks nur ein wenig müde.

  Dann kam der letzte Dienstag. Unbetroffen sollen Journalisten immer sein; aber manchmal geht mangelnde Betroffenheit in Inhumanität über. Einerseits kann man angesichts der mörderischen Terrorattentate der letzten Woche den reflexartigen Ruf nach Strafe nicht unterdrücken. Verbrechen müssen bestraft werden. Andererseits aber erst, wenn feststeht, wer die Verbrecher sind. Selbst wenn sich die Täter außerhalb jedes Rechts

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