Clash of Theories

Terror | BIRGIT SAUER | aus FALTER 38/01 vom 19.09.2001

Kampf der Zivilisationen. Ist die provokante Theorie des Harvard-Professors Samuel B. Huntington nun tatsächlich empirisch belegt worden? 

Seit einigen Tagen haben die zunächst gesichtslosen Attentäter von New York und Washington Gesichter - mit braunen Augen, dunklem Teint, Bärten und Turbanen. Sie bilden eine visuelle Einheit mit dem Symbol des "Bösen", dem Führer todesbereiter Terrorgruppen, Osama bin Laden. Nun werden stellvertretend "arabisch aussehende" Menschen beschimpft, bespuckt und angegriffen, muslimische Einrichtungen werden bedroht, Geschäfte zerstört. Ist das, was seit dem 11. September passiert, der "Clash of civilizations", wie ihn der Harvard-Professor und Leiter des "Instituts für Strategische Studien", Samuel B. Huntington, seit Beginn der Neunzigerjahre prophezeit? Hat die provokante Theorie des Politologen wieder einmal ihre Empirie, ihre schrecklich-blutige Wirklichkeit gefunden?

  Die Eingängigkeit der Metapher vom "Zusammenprall der Kulturen" ist freilich


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