Papier ist ungeduldig

Terror | FLORIAN KLENK | aus FALTER 38/01 vom 19.09.2001

US-PRESSESCHAU. Neben Kriegsrhetorik und Wut gibt es Debatten um den Schutz des nächsten gefährdeten Guts: die Bürgerrechte. 

Am Tag des Anschlages wurde die Redaktion des Wall Street Journal nahe den Twin Towers zerstört. Die Journalisten des Blattes suchten nicht nur fieberhaft nach ihrem vermissten Chef, den sie im Nordtower vermuteten, sondern bauten noch am Tag des Anschlages eine provisorische Redaktion auf. Zum dritten Mal in der Geschichte des Blattes wurde eine fette Schlagzeile über die Titelseite gespannt. "Terrorists Destroy World Trade Center". Das Wort Krieg fehlte. Der vermisste und wieder aufgetauchte Chef hatte eine kühle Version durchgesetzt.

  Jane Fritsch und David Rohde, zwei Journalisten der Tageszeitung New York Times, sammelten zur gleichen Zeit Papierfetzen ein, die zu Hunderttausenden aus dem World Trade Center geschleudert wurden. Sie suchten nach den Personen hinter den Papieren. Ein fast zu poetisches "Trade Centers Past in a Sad Paper Trail" wurde daraus.


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