FAN-BEKENNTNISSE: Mein liebster Roxy-Song

Kultur | aus FALTER 38/01 vom 19.09.2001

Virginia Plain ("Roxy Music", 1972): Bei großzügiger Vernachlässigung der vielfältigen Schattierungen lassen sich Roxy-Music-Songs in zwei zentrale Stränge gliedern. Da wäre einmal das barock angelegte, zwischen Dekadenz und Psychose pendelnde Epos, das mit "In Every Dream Home a Heartache" einen frühen Höhepunkt fand, später aber auch zur eleganten Fadesse von "Avalon" führte. Der zweite Strang steht für jene im Detail unglaublich ausgefuchsten Kracher, die der schlampigen Aussprache des Bandnamens als "Rock sie Musik!" alle Ehre machen. Mein Highlight daraus ist ihre 1972 veröffentlichte Single "Virginia Plain". Das knapp dreiminütige Stück war eine schillernde Speerspitze gegen die Progressive-Rock-Langeweiler jener Tage. Und obwohl Roxy Music zeitlebens das Gegenteil von Punk-Ästhetik verkörperten, hat "Virginia Plain" in seinem hibbeligen Nonkonformismus jenen Boden doch klar mit aufbereitet, auf dem die Sex Pistols, die Ramones & Co einige Jahre später zu kurzfristigen

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