Posse mit Schuss

Kultur | WOLFGANG KRALICEK | aus FALTER 38/01 vom 19.09.2001

THEATER. Nestroys "Zerrissener" im Burgtheater: ein Solo für Karlheinz Hackl. 

Die Welt ist ein Ringelspiel: Diese einfache, aber eingängige Metapher eröffnet die Inszenierung von Nestroys "Zerrissenem", mit der das Burgtheater die Saison eröffnete. Bühnenbildnerin Katrin Brack hat auf die ansonsten leere Bühne ein aus Sperrholzplatten gezimmertes Karussell gestellt, auf dem sich Herr von Lips (Karlheinz Hackl), der vor lauter Überfluss lebensmüde Held des Stücks, sinnlos im Kreis dreht.

  Die Aufführung beginnt mit einem Knalleffekt: Der melancholische Hackl steckt sich einen Revolver in den Mund, ein Schuss fällt und der leblose Körper wird vom Karussell ein paar Runden lang über die Bühne geschliffen. Eine Nestroy-Posse, in der die Hauptfigur schon nach wenigen Minuten Selbstmord begeht? Das gabs vielleicht noch nie. Aber kaum hat man darüber nachzudenken begonnen, wie das Stück trotzdem weitergehen könnte - die übrige Handlung samt Scheintod und Happy End in letzter


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