AUFGEBLÄTTERT

Kultur | PETRA RATHMANNER | aus FALTER 38/01 vom 19.09.2001

Männer! Ist euer Leben als Mann wirklich so, wie ihr euch das mal vorgestellt habt? Zwei soeben erschienene Erzählbände jedenfalls zeichnen das Männerleben heutzutage als eine hyperheikle Angelegenheit von, gelinde gesagt, recht bemitleidenswerten Gestalten. Sibylle Berg dürfte dabei ein bisschen zu viel Houellebecq gelesen haben. Nahezu jede der "Herrengeschichten" in "Das Unerfreuliche zuerst" liest sich wie ein Elementarteilchen aus einem desaströsen Leben, gezeichnet von Einsamkeit, Langeweile und sexuellem Frust. Sibylle-Berg-Fans werden enttäuscht sein, denn der rotzig-blutrünstige Berg-Stil schlägt bei den Männergeschichten verstörend kitschige Töne an, die üblicherweise glasklare Textstruktur wirkt verschwommen und unscharf.

  Messerscharf schlitzt hingegen der junge amerikanische Autor Matthew Klam die männliche Seele auf. Seine Kurzgeschichten, die in leichtfüßigem Plauderton in Beziehungskisten wühlen, haben wahre Begeisterungsstürme ausgelöst, nun liegt "Sam


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