Let's Get Lost

Kultur | HELMUT GOLLNER | aus FALTER 38/01 vom 19.09.2001

LITERATUR. Der Held aus Daniel Kehlmanns jüngstem Roman "Der fernste Ort" verlässt Zug und Wirklichkeit auf offener Strecke.

Diese literarische Bubenbande! Kaum löste man sich aus der Fessel von Thomas Glavinics "Kameramörder", verloren sich die Friktionen der letzten Unverschämtheiten Martin Amanshausers oder Franzobels, die Schauer von Ernst Moldens Naturromantik etc., da gerät man in die Fänge von Daniel Kehlmanns "Fernstem Ort". Das Buch ist bereits Kehlmanns dritter Roman, und der Autor ist erst 26; seine Kollegen sind auch nicht viel älter. Eine neue, genaue Diskussion über das in Österreich schnell verachtete "reine" Erzählen (mit seinen ästhetischen und ökonomischen Implikationen) wäre angebracht. Glavinics und Kehlmanns narrative Positionen bzw. Qualitäten lassen sich gewiss nicht mit Köhlmeier wegschimpfen.

  Der "Fernste Ort" ist Kehlmanns bislang konsequentester und bester Roman, weil er die Mittel von Zauberei ("Beerholms Vorstellung", 1997) oder Wahn ("Mahlers

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