Ohne Wenn und Eber

Kultur | CHRISTIAN ZILLNER | aus FALTER 38/01 vom 19.09.2001

LITERATUR. Griechische Mythologie, Paul Celan und der Partisanenkrieg gegen die Nazis: In Lawrence Norfolks neuem Roman kommt einiges zusammen. 

Drei Mythen webt Lawrence Norfolk ("Lemprières Wörterbuch") in seinem neuen Roman, "In Gestalt eines Ebers", zusammen: Altgriechische Helden begeben sich auf die Jagd nach einem riesigen Wildschwein, das die kalydonische Landschaft verwüstet; ein junger Mann flieht aus einer von den Nazis besetzten Stadt Osteuropas und wird zum berühmten Dichter; eine Gruppe griechischer Partisanen bringt einen SS-Offizier namens Eberhardt (!) zur Strecke. Das alles soll sich in einer Geschichte ausgehen?

  Schon die erste Seite irritiert den Leser. Nicht wegen ihres Inhalts, der sich mehr oder weniger auf die Aufzählung von Orten und Landstrichen beschränkt, sondern durch eine sieben Zeilen lange Fußnote. "Hdt. vii, 176,2-3; Paus. i,4,2 iii,4,8, x,20,1, x,22,1; qua saepto: Paus. i,1,3;" usw. usf. Die folgenden Seiten machen die Verwirrung perfekt: Die


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