New York = Sarajevo?

Vorwort | RAIMUND LÖW | aus FALTER 39/01 vom 26.09.2001

AUSLAND. Amerika muss seine internationale Rolle nun anders definieren, als George W. Bush vorgehabt hatte.  

Eric Hobsbawm, Doyen der europäischen Historiker, lässt das 20. Jahrhundert in seiner viel diskutierten Studie über das "Zeitalter der Extreme" mit den Schüssen von Sarajevo am 28. Juni 1914 beginnen. Was vorher war, gehörte geistig noch zum fortschrittsgläubigen 19. Jahrhundert. Der Glaube an den unwiderstehlichen Aufstieg von Zivilisation wurde erst durch den Zusammenbruch aller Sicherheiten unter dem Donner der Kanonen von Verdun zerstört.

Die Weltkriegshysterie, die nicht nur hierzulande in der Folge den Anschlag vom 11. September verbreitet wurde, ist inzwischen einer gelasseneren Sichtweise gewichen. In Washington trat jene konservativ-militaristische Fraktion um den stellvertretenden Verteidigungsminister Paul Wolfowitz in den Hintergrund, die noch in den Tagen unmittelbar nach den Anschlägen eine groß angelegte Militäraktion gegen den Erbfeind Irak sowie mehrere


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