Die Fremden

Politik | JULIA ORTNER | aus FALTER 39/01 vom 26.09.2001

MUSLIME IN WIEN. Die Supermacht Amerika mögen sie nicht. Mit radikalen Terroristen wollen sie nichts zu tun haben. Von den Medien fühlen sie sich verfolgt: Wiens Muslime möchten ganz normale Bürger mit einem ganz normalen Leben sein - auch wenn ihre Religion sie für manchen Einheimischen zu Fremden macht.  

Schon wieder Journalisten. Schon wieder wird fotografiert. Das Freitagsgebet, das wichtigste Hauptgebet der Muslime: derzeit ein begehrtes Motiv. Der alte Mann im Hinterzimmer der Moschee versteht die Welt nicht mehr. "Bisher hat sich niemand für uns intessiert - und ich lebe schon seit zwanzig Jahren hier." Jetzt kann er im arabischen Gebetshaus in der Praterstraße täglich neue Leute kennen lernen: Medienmenschen, die sich hier einmal umsehen wollen. Wissen wollen, wie es einem als Muslim so geht, wenn vermutlich islamische radikale Terroristen Tausende Amerikaner spektakulär umbringen. Der alte Araber mit dem grauen Vollbart stellt dann gerne unangenehme Gegenfragen. "Warum


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