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Kultur | KARIN CERNY | aus FALTER 39/01 vom 26.09.2001

Mich interessieren also Dichter, die abseits gehen und fremd bleiben, auch sich selbst fremd", schreibt Elfriede Jelinek, die den abgründig schrulligen Schweizer Autor Robert Walser 1998 bei den Salzburger Festspielen mit ihrer Hommage "er nicht als er" für das Theater entdeckt hat. Wäre Robert Walser kein wirklicher Mensch gewesen, dann hätte ihn ebenso gut Christoph Marthaler erfinden können. Er muss ein liebenswert verschrobener, manchmal aber auch unberechenbar bösartiger Eigenbrötler gewesen sein, der überfallsartig Lust verspürte, andere zu ärgern. Anne Bennent mag solche widerborstigen Phantasten. Im Vestibül des Burgtheaters schlüpft sie ohne viel Aufwand in die Hosen und die Haut von Walser und schraubt sich gekonnt in seine Denkspiralen hinein. Bennent ist ideal für diese Rolle, denn niemand kann so skeptisch und frech staunen wie sie; Otto Lechner liefert am Akkordeon die Stimmungsuntermalung dazu. Inszenierung ist "Gwundrig (beinahe seltsam)" allerdings keine, eher


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