Ernst genommen

Kultur | CARSTEN FASTNER | aus FALTER 39/01 vom 26.09.2001

MUSIKTHEATER. Regietheater oder nicht? Egal. Auf Wiens kleinster Opernbühne L.E.O. gibts derzeit Kurt Weills "Mahagonny Songspiel", und das ist auf jeden Fall erfreulich. 

Den Superlativ "kleinste Opernbühne Wiens" kann das L.E.O. auf jeden Fall für sich in Anspruch nehmen; auch die Auszeichnung für den besten Namen wird ihm kaum jemand absprechen können - vor allem, weil dieser Name noch einen weiteren Superlativ auflistet und weil dieser noch nicht mal sehr übertrieben ist: Denn das "Letzte Erfreuliche Operntheater" nimmt vor allem sein "E." ernst.

  "Ich will den Leuten die Schwellenangst vor der Oper nehmen, die sie durch das staatstragende Gehabe der großen Häuser bekommen", erklärt Stefan Fleischhacker, enthusiastischer Gründer, Leiter und Sängerstar des Hauses in einer Person. Dafür kokettiert er mit einer Position, die unter normalen Umständen schlicht als borniert und erzreaktionär gelten müsste: Fleischhacker ist ein leidenschaftlicher Feind des Regietheaters.

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