Hitler, Holland, Holocaust

Kultur | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 39/01 vom 26.09.2001

LITERATUR. Zwei Generationen und drei Romane niederländischer Schriftsteller beschäftigen sich mit dem Holocaust und seinen Folgen. 

Die niederländische Literatur wird im deutschen Sprachraum alles andere als vernachlässigt, und doch ist Willem Frederik Hermans (1921-1995) außerhalb seiner Heimat weitgehend unbekannt, obwohl "die niederländische Literatur ohne ihn undenkbar ist" - wie Cees Nooteboom im Nachwort zu dem nun erstmals auf Deutsch erschienenen Roman "Die Dunkelkammer des Damokles" schreibt.

  Schon der etwas sperrige, Antike und Moderne zusammenspannende Titel nimmt zwei wichtige Aspekte dieses im Original 1958 erschienenen Romans vorweg: das Verhängnis, das über dem Kopf des Protagonisten schwebt, und die Fotografie als Wahrheitsmetapher, als jenes Medium, das die Tatsachen buchstäblich "ans Licht" bringt. Hinzu kommt das in der Literaturgeschichte noch wesentlich tiefer verankerte Motiv des Doppelgängers: Henri Osewoudt gleicht dem Offizier Dorbeck so auffällig,


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