Der Osten hat einen Bart

Kultur | MATTHIAS DUSINI | aus FALTER 39/01 vom 26.09.2001

KUNST. Ein Symposium im Museum Moderner Kunst befasste sich mit dem Stellenwert von Kunst aus postkommunistischen Ländern. Einhellige Meinung: Er ist gering. 

Die slowenische Künstlerin und Theoretikerin Marina GrzÇini´c braucht nicht lange zu suchen, um einen Verweis auf das Tagesgeschehen zu finden. Im Aufzug ihres Hotels klebt ein Schild mit der englischen Aufschrift: "Liebe amerikanische Gäste, wir trauern mit Ihnen." Sie käme schon seit vielen Jahren nach Wien; Ähnliches habe sie aber weder nach der Zerstörung von Vukovar noch nach den Massakern in Srebrenica gelesen.

  Um territoriale Wertigkeiten und West-Ost-Stereotypien ging es auch in dem Symposium, das vergangenes Wochenende vom Verein KulturKontakt im Museum Moderner Kunst (Mumok) veranstaltet wurde. Warum leiden Künstlerinnen und Künstler aus Polen, Rumänien oder Serbien noch immer unter der Geringschätzung durch den westlichen Kunstbetrieb? Mit den Prädikaten "exotisch aussehend und gut vernetzt" beschrieb der


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