Die Psycho-Mundspülung

THOMAS PRLIC | Stadtleben | aus FALTER 39/01 vom 26.09.2001

ALKOHOL. Die Londoner und Berliner Partygesellschaft schwört auf Absinth. In Österreich lässt das Revival des jahrzehntelang verbotenen Getränks auf sich warten.

Picasso liebte ihn, van Gogh war ihm verfallen, Degas ließ sich ebenso davon inspirieren wie Manet. Ernest Hemingway und Oscar Wilde schwärmten in blumigen Schilderungen von seiner Wirkung. Absinth, die Volksdroge des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts. Das Wermutdestillat bescherte einigen Künstlern allerdings nicht nur Höhenflüge: Van Gogh schnitt sich im Absinth-Rausch ein Ohr ab, der Dichter Paul Verlaine schoss seinen Freund Rimbaud unter Absintheinfluss nieder. Ob die psychedelische Wirkung des im Wermut enthaltenen Nervengifts Thujon in Zusammenhang mit van Goghs Wahnsinn steht oder einfach der hohe Alkoholgehalt schuld an Verlaines Verhalten war, ist nicht mehr zu klären. In den Zwanzigerjahren des vorigen Jahrhunderts jedenfalls wurde nach einem im Absinthrausch verübten Mord das bis dahin äußerst beliebte

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