Liebe Leserin, lieber Leser!

Oliver Hochadel und Klaus Taschwer | Extra | aus FALTER 40/01 vom 03.10.2001

Genau hundert Jahre ist es her, dass jene Auszeichnung zum ersten Mal vergeben wurde, die für Wissenschaftler die Krönung ihres Lebenswerks bedeutet: der Nobelpreis. Wenn alljährlich im Oktober die neuen Laureaten verkündet werden, blickt man hierzulande besonders sehnsuchtsvoll nach Stockholm, denn seit nunmehr 28 Jahren waren keine Österreicher mehr dabei. 1973 haben es dafür gleich zwei geschafft: der Graugansexperte Konrad Lorenz sowie der Bienenforscher Karl von Frisch, den Sie auf unserem Titelblatt sehen. Sie waren auch die einzigen nobelierten Österreicher nach 1945 - alle anderen hier geborenen Laureaten mussten rund um den "Anschluss" 1938 das Land verlassen.

Vom "Anschluss" begeistert war hingegen Konrad Lorenz, vor dessen Preisverleihung es 1973 einigen Wirbel gab, da einer seiner Artikel aus der NS-Zeit auftauchte. Simon Wiesenthal forderte damals Lorenz auf, den Nobelpreis zurückzulegen. Der damalige Bundeskanzler Bruno Kreisky hingegen sagte angeblich, dass ihm ein

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