The Winner Takes It All

Extra | Hubert Filser | aus FALTER 40/01 vom 03.10.2001

Es sieht alles so einfach aus, wenn die Laureaten endlich die Medaille in Händen halten. Dann haben sie etwas geschafft, was sie erhofft, erträumt oder mit dem sie überhaupt nicht gerechnet hatten. Aber weshalb wurde der eine gewählt und nicht ein anderer? Eine Einführung in das System "Nobel".

Alle Jahre wieder. Anfang Oktober werden verdiente Wissenschaftler von einer jahreszeitlich bedingten Nervosität gepackt. Vor allem wenn das Telefon schrillt, wird die Kehle trocken. Wenn sich am Ende der anderen Leitung dann Stockholm meldet, bleibt den wenigen Auserwählten wohl fast das Herz stehen. Beim US-amerikanischen Chemiker Harry B. Gray währte die Ausschüttung der Glückshormone allerdings nur Sekunden. Das Nobelkomitee erkundigte sich bei ihm nach dem Aufenthaltsort seines Kollegen Rudolph Marcus. "I got the call, but not the prize", pflegt Gray seither zu scherzen.

Besonders zermürbend ist das Warten für die Schriftsteller. Denn wann genau die Welt den neuen Nobelpreisträger


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