"Werde nie nur eine Frau!"

Extra | Julia Harlfinger | aus FALTER 40/01 vom 03.10.2001

Nach oben wird die Luft immer dünner. Den Wissenschaftsolymp konnte bisher nicht einmal ein Dutzend Frauen besteigen. Warum aber gibt es so wenige Nobelpreisträgerinnen in den Naturwissenschaften? Und warum wird sich das in absehbarer Zeit wahrscheinlich kaum ändern?

Taube Männerohren. Selbstbewusst präsentierte Barbara McClintock 1951 bei einem Symposium in New York ihre Beobachtungen vor einem Auditorium renommierter Wissenschaftler. Die US-amerikanische Genetikerin hatte jahrelang an Maischromosomen gearbeitet, dabei mobile genetische Elemente, so genannte springende Gene, entdeckt und charakterisiert. Sie war damit ihrer Zeit, in der noch nicht einmal die DNA-Struktur bekannt war, weit voraus. Zu weit: McClintocks Vortrag wurde von der Mehrheit der perplexen Wissenschaftler belächelt oder ignoriert.

Ein zweiter Anlauf im Jahre 1956, vor der männlichen Kollegenschaft Anerkennung zu finden, schlug ebenfalls fehl; man widmete sich zu diesem Zeitpunkt lieber modischeren Modellorganismen


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