Ein Preis, der Geschichte macht

Extra | aus FALTER 40/01 vom 03.10.2001

Die Dinge der Denker. Für die Jahrhundertschau wurden keine Kosten und Mühen gescheut: Das Budget der Jubiläumsausstellung des Nobelpreiskomitees in Stockholm betrug rund 230 Millionen Schilling / 17 Millionen Euro, der Mitarbeiterstab von Museumsdirektor Svante Lindqvist umfasste 150 Personen. Eine große Frage freilich blieb: Wie soll man die für Olaf und Ulla Normalström meist nicht nachvollziehbaren Erkenntnisse der nobelierten Geisteskoryphäen darstellen? Man studierte also deren Lebensgeschichten, um auf das zu stoßen, was ihre Kreativität ausmacht. Und siehe da: Mit Logik hat der geniale Einfall anscheinend wenig zu tun. Vielmehr gerieten spielerische Aspekte in den Blick der Kuratoren, forscherische Neugierde und Geduld, eine heitere Geisteshaltung - und Dinge, ohne die Nobelpreisträger nicht zu ebensolchen geworden wären: Barbara McClintocks Maiskolben etwa, die selbstgebastelten Molekülmodelle von Linus Pauling und Max Perutz oder die Spezialschreibmaschine von Isaac Singer. Und das sind Gegenstände, die auch wir begreifen können. Auch wenn sie die Ausstellungsbesucher nicht berühren dürfen. <

Die Ausstellung läuft bis zum 15.5.2002 in der Alten Börse in Stockholm; zwei Kopien der Ausstellung gehen ab 2002 auf Reisen rund um die Welt.

Tel.: 0046/8/23 25 05, www.nobel.se/nobel

/nobelmuseum/


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