Der Bösmensch

Vorwort | Armin Thurnher | aus FALTER 40/01 vom 03.10.2001

SEINESGLEICHEN GESCHIEHT. In der Krise leidet die Kritikfähigkeit: Man regt sich auf. Und immer gibt es Krisenprofiteure.

Fangen wir mit dem Einfachsten an: Krieg haben wir bisher keinen. Die Amerikaner haben sich zum Erstaunen des Publikums zurückgehalten, wenngleich kriegerische Polizeiaktionen oder polizeiliche Kriegsaktionen als Reaktion auf die Attentate von New York und Washington zu erwarten sind; jedenfalls werden wir darauf eingestimmt. Die Amerikaner haben erkannt, dass sie in ihrem Krieg gegen "das Böse" nicht die islamische Welt gegen sich aufbringen dürfen. Sie haben erkannt, dass sie die Europäer, und - zum Entsetzen der Antiamerikaner - sogar die UNO brauchen. Noch ist dem schöpferischen Menschen Spielraum genug gegeben, Verdacht zu schöpfen: neue Weltherrschaft der Amerikaner, perfider denn je, jetzt sogar mit UNO-Mandat!

  Es ist nicht leicht, in diesem Sumpf aus latentem Antiamerikanismus und brüllendem Proamerikanismus die Übersicht zu behalten. Im führenden


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