Affäre: Taliban-Minister in Wien

Politik | FLORIAN KLENK | aus FALTER 40/01 vom 03.10.2001

Normalerweise lebt der Mann mit dem langen grauen Bart als Gesundheitsminister im finsteren Reich der Taliban. Eine Woche nach den Anschlägen in New York hat er den "Heiligen Krieg" gegen die USA ausgerufen. "Die Juden und Christen haben die Absicht, die islamische Ordnung zu zerstören", donnerte Mulaah Mohammad Hasan Akhon im Taliban-Sender Schariat.

  Manchmal zieht es den Minister aus dem finsteren Reich auch ins feindliche Europa. Genauer: Auf den Währinger Gürtel 37. Dort steht - zwischen Sexklubs und Rotlichtbars - ein Gebetshaus der afghanisch-pakistanischen Gemeinde. Trotz internationaler Ächtung und einem UNO-Reiseembargo konnte Taliban-Minister Akhon heuer der Wiener Moschee einen Besuch abstatten. Dies wird vom Innenministerium bestätigt. Sprecher Rudolf Gollia: "Ja, der Mann war in Wien."

  Omar Rahimy, Teppichhändler in der Innenstadt und damaliger Vorstand der Moschee, bestätigt die brisanten Falter-Recherchen: "Er hat hier aber nur gebetet, sonst nichts." Rahimy


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige